In Folge 4 des Podcasts “Gibt’s das auch in Weiblich?” spricht Claudia Grothus mit der Autorin, Filmemacherin und Produzentin Marion Leonie Pfeiffer über Menschenhandel, Zwangsprostitution und Armutsvermarktung in Europa. Marion Pfeiffer ist seit 20 Jahren im Aktionsbündnis gegen Frauenhandel aktiv und hat mit ihrem Kinofilm “Zeit der Namenlosen” und dem Hörspiel “Sahara No Man’s Land” tief recherchierte Werke über die Realität dieses Milliardenmarktes vorgelegt. Im Gespräch werden die Loverboy-Methode, die Rolle der Madamen im afrikanischen Menschenhandel, Freierforen, Flatrate-Bordelle und der fließende Übergang zwischen Armutsprostitution und Zwangsprostitution konkret benannt. Die Folge zeigt, warum das Hurenarrativ Täter schützt, wie NGOs wie SOLWODI und das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel gemeinsam mit BKA und Justiz arbeiten und was jede Frau im Alltag beitragen kann. Ein schwer erträgliches, aber dringend notwendiges Gespräch für alle, die Alltagsfeminismus ernst nehmen und die Strukturen hinter sexualisierter Gewalt verstehen wollen.
Marion Leonie Pfeiffer ist Autorin, Filmemacherin und Produzentin mit den Themenschwerpunkten Menschenhandel, Zwangsprostitution und Armutsvermarktung in der Europäischen Union. Seit 20 Jahren engagiert sie sich im Aktionsbündnis gegen Frauenhandel, das eng mit NGO-Mitarbeiterinnen, Kriminalpolizei und Justiz zusammenarbeitet. Im Podcast “Gibt’s das auch in Weiblich?” von Claudia Grothus spricht sie offen über eine Realität, die in unserer Gesellschaft meist verharmlost oder ausgeblendet wird.
Ausgehend von ihrem Kinofilm “Zeit der Namenlosen” (mit Kriminalbeamten wie Heidemarie Rall vom BKA und anonymisierten Opferzeuginnen) und ihrem Hörspiel “Sahara No Man’s Land – Der Aufstand der Mädchen” beschreibt Marion Pfeiffer die zwei zentralen Menschenhandelsrouten: von Osteuropa nach Westeuropa – häufig über die Loverboy-Methode – und von Benin City durch die Sahara nach Europa, wo sogenannte Madamen als Zuhälterinnen agieren.
Themen der Folge sind unter anderem: die ökonomische Logik des Menschenhandels als Milliardenmarkt, Flatrate-Bordelle, Freierforen und Digitalisierung, die Rolle von Deepfakes, der Übergang von Armutsprostitution zu Zwangsprostitution, die medizinische und psychische Situation der Opfer, das Hurenarrativ und die Täter-Opfer-Umkehr, sowie die Arbeit von Organisationen wie SOLWODI, dem Aktionsbündnis gegen Frauenhandel, Renovabis und der Initiative Stopp Sexkauf.
Eine Episode für alle, die verstehen wollen, wie das Frauenbild in Freierforen auf uns alle zurückwirkt – und was jede und jeder konkret tun kann.
Menschenhandel ist ein Milliardenmarkt – und Europa profitiert direkt oder indirekt. In Folge 4 von “Gibt’s das auch in Weiblich?” spricht Claudia Grothus mit der Autorin und Filmemacherin Marion Leonie Pfeiffer über Zwangsprostitution, die Loverboy-Methode und die Realität hinter Bordellen, Freierforen und Flatrate-Angeboten. Ein schwer erträgliches, aber notwendiges Gespräch. CTA: Jetzt reinhören und weitererzählen.
Nur etwa 5 bis 12 Prozent der Frauen in der Prostitution arbeiten wirklich freiwillig. Der Rest steht unter Zwang, wirtschaftlicher Not oder wurde durch die Loverboy-Methode in die Ausbeutung gelockt. Marion Leonie Pfeiffer, Autorin und seit 20 Jahren im Aktionsbündnis gegen Frauenhandel, benennt in Folge 4 des Podcasts “Gibt’s das auch in Weiblich?” die Strukturen hinter einem Milliardenmarkt – und was NGOs, Justiz und wir alle tun können. CTA: Folge anhören und die Diskussion in Ihr Netzwerk tragen.
“Die Körper der Frauen sind ein einziges Schlachtfeld.” Marion Leonie Pfeiffer über die Realität von Zwangsprostitution in Europa. In Folge 4 von “Gibt’s das auch in Weiblich?” reden Claudia Grothus und ihre Gästin über Menschenhandel, Loverboys, Freierforen – und warum das Hurenarrativ uns alle betrifft. CTA: Link in Bio – hört rein.
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Trafficking in human beings bezeichnet den Handel mit Menschen, die wie Ware gehandelt werden. Marion Pfeiffer erklärt im Podcast, dass dieser Handel nach den Gesetzen der Marktwirtschaft funktioniert: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
Männer Anfang 20 spielen jungen Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren die große Liebe vor, freunden sich häufig auch mit der Familie an und locken die Mädchen dann unter falschen Versprechungen ins Ausland, wo sie in die Zwangsprostitution gezwungen werden.
Laut den NGO-Mitarbeiterinnen und Ermittlungsbehörden, mit denen das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel zusammenarbeitet, sind es schätzungsweise 5 bis 12 Prozent. Offizielle Zahlen gibt es nicht, der Übergang zwischen Armutsprostitution und Zwangsprostitution ist fließend.
Freierforen sind laut Marion Pfeiffer europaweit ein Millionenmarkt, in dem Männer täglich über Prostituierte kommunizieren – oft in einer Sprache extremer Frauenverachtung. Sie machen sichtbar, wie tief das entwertende Frauenbild in Teilen der Gesellschaft verankert ist.
Marion Pfeiffer empfiehlt: dem Hurenarrativ entgegentreten, Prostituierte nicht stigmatisieren, Opfer als Opfer benennen, im eigenen Umfeld über das Thema sprechen, Dokumentationen bewusst ansehen und der Verharmlosung von Prostitution als Kavaliersdelikt widersprechen.
Im Podcast genannt werden das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel, SOLWODI (gegründet von Dr. Schwester Lea Ackermann), Renovabis sowie die Initiative Stopp Sexkauf von Pastor Klaus Engelmoor. Sie arbeiten eng mit BKA, Kriminalpolizei und Justiz zusammen.